Ein Gesundheitsarbeiter musste sich bei einer internen Bewerbung mit seinem früheren Namen ausweisen. Das Tribunal NCAT wertete das als Diskriminierung und sprach ihm 35.000 australische Dollar zu.
Bild: KI-generiert · Illustration
Das New South Wales Civil and Administrative Tribunal (NCAT) hat einem trans Mann, der im Gesundheitswesen des Northern NSW Local Health District arbeitet, 35.000 australische Dollar Schadenersatz zugesprochen. Grund war eine interne Bewerbungsbedingung, die sogenannte „Former Name Check Condition": Sie verpflichtete Bewerber aus den eigenen Reihen, ihren ursprünglichen, vor der Transition geführten Namen offenzulegen.
Der Mann hatte sich 2023 auf eine neue Position beworben. Vor dem Tribunal schilderte er Panikattacken, beschleunigte Atmung und Schlafstörungen von teils nur zwei bis vier Stunden pro Nacht, ausgelöst durch die Sorge, am Arbeitsplatz gegen seinen Willen als trans geoutet zu werden. Die Tribunalmitglieder Peter Roney KC und Michael Maher stellten fest, die Bedingung habe ihn indirekt benachteiligt.
Von den zugesprochenen 35.000 Dollar entfallen 25.000 Dollar auf immateriellen Schaden und 10.000 Dollar auf Strafschadensersatz. Das Urteil erging am 16. September.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf Personalprozesse, die trans Beschäftigte in eine Zwangslage bringen können: Standardisierte Abfragen früherer Namen bei internen Bewerbungen berücksichtigen selten, dass eine Offenlegung ungewollt zum Outing am Arbeitsplatz führt. Australische Bundesstaaten haben den Diskriminierungsschutz für trans Beschäftigte in den vergangenen Jahren schrittweise ausgeweitet, Verfahren wie dieses bleiben aber Einzelfallentscheidungen, die einzelne Arbeitgeber und deren interne Abläufe betreffen. Ob der Northern NSW Local Health District seine Bewerbungsverfahren infolge des Urteils ändert, ist bislang nicht bekannt.
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