Ein Briefing der Organisation Open for Business schätzt, was die Diskriminierung queerer Menschen Japan jährlich kostet. Die Zahlen sind Schätzungen, der Befund passt zur laufenden Debatte um die Ehe für alle.
Bild: KI-generiert · Illustration
Wenn Japan queere Menschen ausgrenzt, kostet das die Volkswirtschaft Milliarden pro Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt ein „Japan Briefing“ der Organisation Open for Business, über das das Washington Blade berichtet. Die Autorinnen und Autoren rechnen mit Belastungen durch Depressionen, Suizide und Selbstverletzungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und HIV sowie mit entgangenen Einkommen durch einen Lohnabstand. Für diesen Abstand setzt der Bericht eine Spanne von sieben bis 15 Prozent an, die er mit OECD-Analysen begründet. Die Zahlen sind Modellrechnungen. Der Artikel nennt für die Summen teils abweichende Werte, deshalb geben wir sie hier nicht einzeln wieder.
Open-for-Business-Chef Ken Janssens sagt, Japan habe angesichts seiner schrumpfenden Erwerbsbevölkerung „schlicht keine Talente zu verschenken“. Akira Nishiyama von der Japan Alliance for LGBT Legislation erinnert daran, dass die Wirtschaft selbst auf rechtlichen Schutz dränge: Der Unternehmerverband Keidanren habe 2017 eine Antidiskriminierungsrichtlinie beschlossen, ein Gesetz gegen Diskriminierung wegen sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität gebe es bis heute nicht. Makiko Terahara von Marriage for All Japan betont, dass es sich um Schätzungen handelt, rechtliche Reformen aber messbar auf Gesundheit, Mitarbeiterbindung und die Anwerbung von Fachkräften wirken würden.
Japan erkennt die gleichgeschlechtliche Ehe auf nationaler Ebene nicht an und ist damit das einzige G7-Land in dieser Lage. Kommunale Partnerschaftsregister decken nach dem Bericht knapp 93 Prozent der Bevölkerung ab, haben aber nicht den Rechtsstatus einer Ehe. Der Oberste Gerichtshof hat im März 2026 zugesagt, sechs Verfahren zur Ehe für alle zu verhandeln. Mit einem Urteil wird Anfang 2027 gerechnet.
Wichtig für die Einordnung: Open for Business ist eine Organisation, die sich für queere Inklusion in der Wirtschaft einsetzt. Die Ergebnisse stützen sich auf Schätzungen und auf Umfragen, die wir nicht im Original geprüft haben.
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