Ein konservativ gestützter Antrag gegen Nikes LGBTQ-Engagement erhielt auf der Hauptversammlung im September weniger als ein Prozent der Stimmen. Eingebracht hatte ihn die glaubensbasierte Investmentfirma Inspire Investing.
Bild: KI-generiert · Illustration
Auf der Hauptversammlung von Nike im September 2026 haben die Aktionäre einen Antrag, der das LGBTQ-Engagement des Konzerns infrage stellte, mit großer Mehrheit abgelehnt. Er erhielt weniger als ein Prozent der abgegebenen Stimmen.
Eingebracht hatte ihn Inspire Investing, eine glaubensbasierte Investmentfirma, die nach eigenem Anspruch „biblische Werte“ in ihren Anlagestrategien verfolgt. Der Antrag forderte mehr Kontrolle über Nikes Spendenpartnerschaften und LGBTQ-bezogene Initiativen. Er richtete sich gegen die Höchstwertung von 100 Punkten im Corporate Equality Index der Human Rights Campaign und warf die Frage auf, ob die Krankenversicherung für Beschäftigte auch Behandlungen zur Transition bei minderjährigen Angehörigen abdeckt.
Der Verwaltungsrat hatte empfohlen, den Antrag abzulehnen. Die bestehenden Richtlinien dienten den Interessen der Anleger, hieß es. Nike prüfe Spendenpartnerschaften vor der Zusage „gründlich“; solche Spenden steigerten langfristig den Unternehmenswert, weil sie den Kundenkreis erweiterten.
Der Hintergrund ist ein Streit über die Ursachen von Nikes Kursverlusten. Der Börsenwert ist seit dem Höchststand im November 2021 um mehr als 200 Milliarden Dollar gefallen. Als Gründe gelten stärkere Konkurrenz, Umsatzeinbrüche in China und schwächere digitale Verkäufe. Konservative Kritiker machen dagegen die Nähe zu LGBTQ-Themen verantwortlich und sehen darin eine Belastung der Kundenbeziehungen.
Nike hatte 2012 die Kollektion BeTrue für LGBTQ-Communitys aufgelegt.
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