In seinem neuen Redenband „So Ordered“ nennt der US-Verfassungsrichter Samuel Alito das Urteil zur Ehe für alle den „vielleicht entscheidenden Punkt“ in der Abkehr der USA von der Religionsfreiheit. 2025 hatte er erklärt, er wolle Obergefell nicht antasten.
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Der US-Verfassungsrichter Samuel Alito hat das Grundsatzurteil Obergefell v. Hodges von 2015, das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in allen 50 Bundesstaaten öffnete, als „vielleicht entscheidenden Punkt in der Abkehr unseres Landes von der Religionsfreiheit“ bezeichnet. Das geht aus seinem neuen Buch „So Ordered“ hervor, einer Sammlung seiner Reden. Laut ABC News wurde fast die Hälfte der Reden vor katholischen Gruppen gehalten; Alito ist Katholik.
Das Urteil zwingt niemanden, selbst jemanden gleichen Geschlechts zu heiraten. Alito, der damals abweichend votiert hatte, argumentiert dennoch seit Jahren, wer die Ehe für alle ablehne, werde dafür als bigott gebrandmarkt und aus dem öffentlichen Leben gedrängt. In einer Rede von 2018 sprach er von einer „Würdeverletzung“, mit der Meinungen gleichgesetzt würden. 2021 verglich er konservative Christen mit Katholiken im England nach der Reformation, die „in Ecken, Gassen und Kellern“ gefunden worden seien. „Was ich in meinem Sondervotum vorhergesagt habe, tritt ein“, sagte er. 2022 hieß es, die Religionsfreiheit sei „ganz plötzlich“ umstritten geworden.
Eine ähnliche Linie hatten Alito und sein Kollege Clarence Thomas 2020 in einem abweichenden Votum vertreten. Obergefell, so Thomas damals, ermögliche es Gerichten und Regierungen, Menschen mit bestimmten religiösen Überzeugungen als Bigotte abzustempeln.
Bemerkenswert ist der Kontrast zu einer Aussage von 2025. Damals sagte Alito, er halte nichts davon, dass zwei Männer oder zwei Frauen heiraten, Obergefell verdiene aber „Respekt“, und er werde die Entscheidung nicht „stören“.
Die Quelle verweist zudem darauf, dass der Supreme Court den Schutz der Religionsfreiheit in dem Jahrzehnt seit Obergefell deutlich ausgeweitet hat. Ein konservativer Rechtsaktivist sagte gegenüber ABC News, die religiöse Rechte erringe „auf jeder Ebene der Justiz beispiellose Siege“.
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