Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Eine neue Studie stellt eines der zentralen Argumente hinter Wettkampfverboten für trans Frauen im Sport infrage. Ein brasilianisches Forschungsteam um den Mediziner Bruno Gualano von der Universität São Paulo wertete für eine Meta-Analyse 52 Einzelstudien mit insgesamt mehreren Tausend Teilnehmerinnen aus und verglich körperliche Merkmale und Fitnesswerte von trans Frauen nach Hormontherapie mit denen von cis Frauen. Im Fachblatt „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlichten die Forschenden ihre Ergebnisse.
Zwar hatten trans Frauen im Schnitt weiterhin eine größere fettfreie Muskelmasse. Diese schlug sich den Forschenden zufolge aber nicht in einem messbaren Leistungsvorteil nieder: Bei Oberkörperkraft, Unterkörperkraft und Ausdauerleistung fanden sie nach der Hormontherapie keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Gualano zufolge widerlegt das die Logik hinter pauschalen Ausschlüssen von trans Frauen aus dem Frauensport: Die Datenlage stütze die Annahme eines grundsätzlichen körperlichen Vorteils nicht.
Die Autor*innen räumen zugleich Grenzen ihrer Arbeit ein: Die zugrunde liegende Evidenz sei überwiegend von geringer Aussagekraft und unterschiedlicher Qualität, und die Studie belege nicht, dass alle trans Athletinnen dieselben körperlichen Voraussetzungen mitbrächten. In mehreren Ländern und Sportverbänden, darunter auch in den USA, sind trans Frauen inzwischen ganz oder teilweise vom Frauensport ausgeschlossen – Entscheidungen, die häufig mit genau jenem angeblichen Leistungsvorteil begründet werden, den die neue Auswertung nun infrage stellt.
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