Die Women's Tennis Association führt einen verpflichtenden Gentest für alle Spielerinnen ein. Die Ankündigung entfacht eine Debatte über Fairness und den Ausschluss von trans Athletinnen.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Die Women's Tennis Association testet künftig alle Spielerinnen genetisch auf das SRY-Gen, das an der biologischen Geschlechtsbestimmung beteiligt ist. Ein Wangenabstrich oder eine Blutprobe genügt, jede Spielerin muss den Test nur einmal machen, um startberechtigt zu bleiben. Geplant ist die Einführung für 2026. Die WTA betont, man wolle dabei „alle Spielerinnen mit Würde“ behandeln.
Die Ankündigung spaltet die Tennis-Welt, denn es geht um die alte Streitfrage: Wie lässt sich Fairness im Frauensport sichern, ohne trans Athletinnen pauschal auszuschließen? Weltranglisten-Erste Aryna Sabalenka verteidigt den Test und verweist auf biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Reaktionen darauf reichen von Zustimmung bis zum Vorwurf, ihre Haltung sei transfeindlich.
Vorsichtiger äußert sich Coco Gauff, aktuell Nummer vier der Welt. Sie unterstützt nach eigenen Worten sowohl die trans Community als auch Regeln für fairen Wettbewerb, nennt das Thema aber „vielschichtig“. Ihre Warnung: Die Debatte um Fairness dürfe kein Vorwand werden, um pauschal gegen trans Menschen zu mobilisieren.
Der Streit reicht über den aktiven Tennissport hinaus. Schon länger liegen frühere Tennislegenden über die Frage im Clinch – Billie Jean King und Martina Navratilova vertreten seit Monaten öffentlich gegensätzliche Positionen.
Verwandte Artikel
DFB sperrt Ex-Zweitligatrainer Härtel wegen diskriminierenden Verhaltens
Das DFB-Sportgericht verhängt gegen Jens Härtel ein zwölfwöchiges Funktionsverbot, vier Wochen davon zur Bewährung. Dazu kommt ein Deeskalationstraining.
Heated-Rivalry-Produzenten gründen die Irina Foundation für queere Sport- und Kunstprogramme
Die Macher der Serie „Heated Rivalry“ haben mit der Irina Foundation eine reale Stiftung gestartet. Sie soll Sport- und Kunstprogramme für LGBTQIA2S+-Gemeinschaften und benachteiligte Gruppen fördern.
Bundesrichterin weist Klage von Riley Gaines gegen die NCAA ab
Eine US-Bundesrichterin hat die Title-IX-Klage von Riley Gaines und weiteren Sportlerinnen gegen die NCAA abgewiesen. Die Hochschulsport-Organisation erhalte kein Bundesgeld, sagte sie. Gaines kündigt Berufung an.