Chemsex bezeichnet den bewussten Konsum bestimmter Drogen – meist Crystal Meth, GHB/GBL oder Mephedron – in Kombination mit Sex, überwiegend im Kontext von Sex zwischen Männern. Ziel ist häufig eine Enthemmung, die längere, intensivere Sessions mit teils wechselnden Partnern ermöglicht, oft verabredet über Dating-Apps.
Der Begriff ist bewusst nüchtern gewählt und wertet weder den Sex noch den Substanzkonsum an sich moralisch ab – problematisch wird Chemsex vor allem dort, wo Kontrolle verloren geht: durch Abhängigkeit, durch Konsum ohne informierte Zustimmung, oder weil Safer-Sex-Praktiken unter Drogeneinfluss seltener eingehalten werden, was das Risiko für HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen erhöht. Aids-Hilfen und queere Beratungsstellen bieten inzwischen vielerorts spezialisierte, nicht wertende Beratung an, die auf Schadensminderung statt auf Abstinenzdruck setzt. Wissenschaftlich wird Chemsex zunehmend als eigenständiges Gesundheitsthema behandelt, das über klassische Drogen- oder Sexualberatung hinausgeht.