Prides Locations Reisen Partys Filme News
Gay-Infos.de

Cissexismus

Cissexismus bezeichnet die gesellschaftliche Grundannahme, es gebe nur zwei Geschlechter und die eigene Geschlechtsidentität müsse zwingend dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entsprechen. Anders als Transfeindlichkeit, die sich auf individuelle Haltungen und Handlungen bezieht, beschreibt der Begriff eine strukturelle Ebene: Cissexismus wirkt in Gesetzen, Institutionen und kulturellen Selbstverständlichkeiten, ähnlich wie Heterosexismus neben persönlicher Homophobie besteht.

Sichtbar wird er etwa, wenn Behörden und Ärzt*innen Geschlechtsidentitäten jenseits der Zuweisung bei Geburt pathologisieren, wenn trans Personen absichtlich oder aus Gewohnheit falsch angesprochen werden, oder wenn ihre Lebensrealität in Medien, Schulbüchern und öffentlichen Debatten schlicht nicht vorkommt. Weil cisgeschlechtliche Identität dabei stillschweigend als Normalfall gilt, an dem alle anderen Geschlechtsidentitäten gemessen werden, trifft Cissexismus besonders trans, nicht-binäre und intergeschlechtliche Menschen – wirkt aber, ähnlich wie starre Rollenbilder, auf alle Geschlechter zurück.

Verwandte Begriffe

← Zurück zum Glossar