Das Combahee River Collective war eine Gruppe Schwarzer lesbischer Feministinnen in Boston, die mit ihrem Statement einen der einflussreichsten Texte der US-amerikanischen Bürgerrechts- und Frauenbewegung verfasste. Der Name erinnert an eine von Harriet Tubman angeführte Befreiungsaktion versklavter Menschen am Combahee River in South Carolina – ein bewusster Verweis auf die eigene Tradition Schwarzen Widerstands. Die Gruppe entstand aus Frustration über zwei Bewegungen, die sich gegenseitig ausschlossen: Die Bürgerrechtsbewegung wurde von Schwarzen Männern dominiert und blendete Sexismus aus, die weiße Frauenbewegung ignorierte Rassismus.
Zentral am Statement der Gruppe ist die Idee, dass sich Unterdrückungsformen wie Rassismus, Sexismus, Klassismus und Heterosexismus nicht getrennt voneinander bekämpfen lassen, weil sie im Leben Schwarzer lesbischer Frauen untrennbar ineinandergreifen. Diese Analyse gilt heute als eine der frühesten und klarsten Formulierungen dessen, was später als Intersektionalität bekannt wurde, noch bevor der Begriff selbst geprägt war. Das Statement wird bis heute in Frauen-, Gender- und Black-Studies-Seminaren gelesen und gilt als Gründungstext einer Politik, die persönliche Identität und kollektiven Widerstand zusammendenkt.