Polyfidelität bezeichnet eine Form konsensueller Mehrfachbeziehung, bei der sich mindestens drei Personen zu wechselseitiger romantischer und sexueller Exklusivität verpflichten. Anders als bei offener Polyamorie, wo Beziehungen auch außerhalb der bestehenden Konstellation entstehen dürfen, bleibt die Gruppe bei Polyfidelität nach außen geschlossen – ähnlich wie bei einer Zweierbeziehung, nur mit mehr als zwei gleichberechtigten Mitgliedern.
Gelebte Praxis gab es schon vor der Begriffsprägung, bekannt wurde das Modell aber vor allem durch die Kerista-Kommune in San Francisco, die von den 1970er- bis in die frühen 1990er-Jahre bestand und Wert auf Gleichberechtigung und gegenseitige Zustimmung aller Mitglieder legte. Der umfassendere Begriff Polyamorie selbst entstand erst um 1990.
Weil Polyfidelität feste Grenzen setzt, gilt sie unter nicht-monogamen Beziehungsmodellen als vergleichsweise unflexibel: Neue Partner:innen aufzunehmen erfordert die Zustimmung aller bestehenden Mitglieder. Für manche Gruppen ist genau das der Reiz – ein verlässlicher, klar abgegrenzter Rahmen, der Sicherheit vor der Offenheit anderer polyamorer Modelle stellt.