Poppers ist der umgangssprachliche Name für eine Gruppe flüchtiger Alkylnitrite, etwa Amylnitrit, Isopropylnitrit oder Cyclohexylnitrit. Der Begriff geht auf das Geräusch zurück, das beim Öffnen der ursprünglich verwendeten Glasampullen entstand. Chemisch wirken die Substanzen gefäßerweiternd; ursprünglich wurden sie als Herzmedikament gegen Angina pectoris eingesetzt.
In der queeren Nachtkultur, besonders unter schwulen und bisexuellen Männern, werden Poppers seit den 1970er-Jahren zur kurzen Rauscherzeugung inhaliert. Die Wirkung setzt innerhalb weniger Sekunden ein und hält selten länger als zehn Minuten. Genannt werden dabei ein kurzes High, ein Wärmegefühl und eine Entspannung der glatten Muskulatur, weshalb der Stoff auch beim Sex verbreitet ist.
Der Konsum ist nicht ohne Risiko: Ein starker Blutdruckabfall, Kopfschmerzen und Schwindel gehören zu den kurzfristigen Nebenwirkungen, in Kombination mit Potenzmitteln kann es gefährlich werden. Bei chronischem Gebrauch werden Schäden an der Netzhaut beschrieben. Der Besitz ist in Deutschland legal, Verkauf und Handel mit Amylnitrit ohne Erlaubnis verstoßen jedoch gegen Chemikalien- beziehungsweise Arzneimittelrecht, weshalb Anbieter die Fläschchen oft als Raumduft oder Reiniger deklarieren.