Reed Erickson (1917–1992) war ein US-amerikanischer Unternehmer und trans Mann, der als einer der wichtigsten Geldgeber der frühen Trans-Bewegung in den USA gilt. Erickson schloss als erste Frau das Ingenieurstudium an der Louisiana State University ab, bevor er 1962 ein millionenschweres Familienunternehmen erbte und durch Immobilieninvestitionen ein Vermögen von geschätzt über 40 Millionen US-Dollar aufbaute.
1964 gründete Erickson die Erickson Educational Foundation (EEF), eine ausschließlich privat finanzierte Stiftung, die medizinische Forschung, Aufklärung und Versorgungsangebote für trans Menschen förderte. Über zwei Jahrzehnte war die EEF eine der wichtigsten treibenden Kräfte hinter dem Ausbau geschlechtsangleichender Medizin in den USA: Sie finanzierte unter anderem die Harry Benjamin International Gender Dysphoria Association und half, die Gender Identity Clinic der Johns Hopkins University mit aufzubauen.
Erickson selbst blieb zeitlebens öffentlich zurückhaltend über seine eigene Transition, während sein Geld die Sichtbarkeit und medizinische Versorgung anderer trans Menschen erheblich verbesserte. Historiker*innen sehen in ihm heute eine zentrale, lange unterschätzte Figur der US-amerikanischen Trans-Geschichte des 20. Jahrhunderts.