Die West Midlands Police hat sich offiziell bei der LGBTIQ+-Community für ihren früheren Umgang mit queeren Menschen entschuldigt. In einem Schreiben an die Organisatoren der Birmingham Pride räumte Chief Constable Scott Green ein, dass Gesetze in der Vergangenheit fälschlicherweise dazu genutzt worden seien, gezielt Mitglieder der Community ins Visier zu nehmen. Besonders betroffen waren schwule und bisexuelle Männer, die durch diese Praxis oft erheblichen Schaden erlitten.
Weil entsprechende Vorschriften vor einer grundlegenden Gleichstellungsreform nach heutigem Maßstab unangemessen und diskriminierend angewendet wurden, sieht die Polizeibehörde hier klaren Handlungsbedarf für eine öffentliche Aufarbeitung. Einzelne Fälle nennt die Entschuldigung nicht; sie bezieht sich allgemein auf diese Praxis und ihre Folgen für Betroffene.
Jahrelang hatte Lawrence Barton, Organisator der Birmingham Pride, auf genau diesen Schritt gedrängt, während frühere Polizeichefs sein Anliegen wiederholt ablehnten. Erst Green lenkte schließlich ein. Nach eigener Darstellung soll die Geste dazu beitragen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und die Beziehung zwischen der West Midlands Police und der queeren Community zu verbessern.
Ähnliche Gesten haben in den vergangenen Jahren bereits mehrere britische Polizeibehörden gemacht, die ihre historische Behandlung von LGBTIQ+-Menschen aufgearbeitet haben. Für Betroffene bleibt die Entschuldigung vor allem symbolisch, denn rechtliche oder finanzielle Konsequenzen sind damit nicht verbunden. Erwartet wird trotzdem, dass sich Polizeiarbeit gegenüber der Community heute grundlegend anders gestaltet als früher.
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