Eine homofeindliche Plakatkampagne im ländlichen Ohio hat prompt eine Gegenbewegung ausgelöst, die binnen kürzester Zeit deutlich mehr Aufmerksamkeit bekam als die ursprüngliche Aktion. Die aus Seattle stammende Organisation „Them Before Us", die sich unter anderem gegen die Ehe für alle, künstliche Befruchtung und die einfache Scheidung positioniert, hatte in mehreren ländlichen Gemeinden Ohios Plakate aufgehängt mit dem Slogan „No child has two dads. No child has two moms" – die Wörter „two dads" und „two moms" in Regenbogenfarben gehalten.
Die Reaktion aus der queeren Community in Ohio kam schnell: Die in Dayton ansässige Organisation „Have a Gay Day" kaufte eigene Plakatflächen und konterte im selben Layout und derselben Schriftart mit der Botschaft „Many children have two dads. Many children have two moms." Gründer und Geschäftsführer Michael Knote hatte für die Aktion ursprünglich mit rund 500 Dollar an Spenden gerechnet. Tatsächlich kamen innerhalb von 48 Stunden mehr als 18.000 Dollar zusammen. Die Gegenplakate hängen inzwischen nicht nur in Lima, Dayton und Columbus, sondern auch in Gemeinden in Indiana und Utah.
Vor Ort in Lima organisierten die Lima Pride Alliance und weitere lokale Gruppen zusätzlich eine Kundgebung vor dem Rathaus, Equality Ohio verurteilte die ursprüngliche Kampagne öffentlich: Die Plakate „greifen nicht nur queere Familien an, sie löschen jedes Kind in Ohio aus, dessen Zuhause nicht in eine enge, künstlich konstruierte Form passt". Auch die Human Rights Campaign positionierte sich deutlich und nannte die Aktion „widerlich" und „verzweifelt".
Umfragen zufolge unterstützen rund zwei Drittel der Menschen in Ohio die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare – die Plakatkampagne traf damit auf eine Region, deren tatsächliche Stimmung sich deutlich von der behaupteten Mehrheitsmeinung unterscheidet.
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