Die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung hat zum fünften Mal den Waltraud-Schiffels-Preis vergeben: Ehrenpreis für Trans-Pionierin Nadja Schallenberg, Förderpreis für die Musikerin und Künstlerin Saeleen Bouvar.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Zum fünften Mal hat die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung den Waltraud-Schiffels-Preis für herausragendes Engagement aus der Trans-Community vergeben. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen der Bewegung, die auf ganz verschiedene Weise für Sichtbarkeit gesorgt haben.
Den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk erhält Nadja Schallenberg aus Berlin. Die Stiftung würdigt sie als Pionierin der transpolitischen Bewegung in Deutschland: Schallenberg gründete bereits in der DDR eine der ersten Selbsthilfegruppen für trans Menschen, zu einer Zeit, als öffentliches Engagement für das Thema mit erheblichen Risiken verbunden war. Seither hat sie sich kontinuierlich als sichtbare trans Bürgerrechtlerin eingesetzt.
Der mit 1.000 Euro dotierte Förderpreis geht an die Hamburger Künstlerin Saeleen Bouvar. Die Jury hebt ihr Engagement „an der Schnittstelle von elektronischer Musik, trans Kultur, Communityarbeit und Erinnerungspolitik" hervor. Bouvar setzt sich insbesondere für migrantische und transfeminine Künstlerinnen ein, deren Arbeit in der Musikindustrie häufig unsichtbar bleibt, und verbindet in ihren Projekten künstlerische Praxis mit politischer Erinnerungsarbeit.
Der Preis wird seit 2022 verliehen und erinnert an die Schriftstellerin und Germanistin Waltraud Schiffels (1944–2021), die mit ihrem literarischen Werk früh Sichtbarkeit für das Thema Transgeschlechtlichkeit schuf. Mit der jährlichen Auszeichnung will die Stiftung sowohl langjähriges politisches Engagement als auch neue künstlerische Projekte aus der Community würdigen und einem größeren Publikum bekannt machen.
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