Der 22-jährige Gabriel Barros aus Brasilien starb an den Folgen einer Nierenspende an seinen Vater, der ihn mit 16 wegen seiner Sexualität verstoßen hatte – zur Beerdigung kam der Vater nicht.
Gabriel Barros war 22 Jahre alt, als er seinem Vater eine Niere spendete. Der Vater hatte ihn im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco mit 16 Jahren aus dem Haus geworfen, weil er schwul ist.
Jahre später erkrankte der Vater an Nierenversagen. Trotz der Vorgeschichte entschied sich Gabriel zur Spende. Die Transplantation gelang, der Vater überlebte den Eingriff. Bei Gabriel selbst traten Komplikationen auf: eine innere Blutung, dann eine Sepsis, eine lebensbedrohliche Infektion, die sich im Körper ausbreitete. Trotz intensiver Behandlung starb er wenige Tage nach der Operation.
Zur Trauerfeier und Beerdigung seines Sohnes erschien der Vater nicht. Bekannt wurde der Fall zunächst über Kurzvideos und Beiträge in sozialen Netzwerken in Brasilien, ehe internationale Medien wie das US-Portal LGBTQ Nation darüber berichteten. Zahlreiche Nutzer würdigten Gabriels Bereitschaft zur Versöhnung und kritisierten zugleich, dass sein Vater ihm die Anerkennung offenbar bis zuletzt verweigerte.
Zwischen dem Rauswurf mit 16 und der Organspende mit 22 Jahren lagen sechs Jahre. Ob und wie viel Kontakt Vater und Sohn in dieser Zeit hatten, ist öffentlich nicht bekannt – überliefert ist nur, dass Gabriel sich trotz der erlebten Ablehnung zur Spende entschied. Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht darauf, wie viele queere Jugendliche in Brasilien nach einem Coming-out von der eigenen Familie verstoßen werden.
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