Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers spricht offen über Anfeindungen, die er als schwuler Mann im öffentlichen Nahverkehr erlebt hat, und macht religiösen Fundamentalismus dafür mitverantwortlich.
Stefan Evers ist seit Montag Landesvorsitzender der Berliner CDU und tritt als Spitzenkandidat zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 an. Der amtierende Finanz- und Kultursenator sprach im Tagesspiegel-Interview offen über Erfahrungen, die er als schwuler Mann in der Hauptstadt gemacht hat – ein Thema, zu dem sich Spitzenpolitiker seiner Partei bislang selten öffentlich äußerten.
„Wenn man händchenhaltend in der U7 unterwegs ist, kann es sehr unangenehme Situationen geben“, sagte Evers. Konkrete Vorfälle schilderte er im Interview nicht im Detail, machte aber deutlich, dass Anfeindungen im öffentlichen Raum für ihn keine Ausnahme sind, sondern wiederkehrende Erfahrung.
Als Ursache nannte er religiös-fundamentalistische Strukturen. Er verwies auf eine Untersuchung der Berliner Bildungsverwaltung, wonach rund 30 Prozent der muslimischen Schüler in der Stadt die Scharia über das Grundgesetz stellen – eine Zahl, die er als Beleg für verbreitete Vorurteile in bestimmten Milieus wertet, nicht als pauschales Urteil über eine Religion insgesamt.
Politisch fordert Evers, dass sich „jeder in dieser Stadt, ganz gleich woher er kommt, ganz egal, was er glaubt, ganz egal, wen er liebt“, sicher und frei bewegen können soll. Sein Privatleben will er trotzdem aus dem Wahlkampf heraushalten: Zur Wahl stelle er seine politischen Überzeugungen, nicht seinen Ehemann, der auch künftig keine öffentliche Rolle im Wahlkampf einnehmen werde.
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