Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat die Förderung für das Jugendnetzwerk Lambda zum Jahresende eingestellt. Betroffen ist damit das bundesweit einzige spezialisierte Netzwerk für queere junge Menschen – seit 1990 aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes finanziert, seit 2018 über eine formale Rahmenvereinbarung mit dem Familienministerium abgesichert.
Die Summe lag nach Angaben des Vereins im mittleren sechsstelligen Bereich pro Jahr. Lambda wurde 1990 in Ostberlin gegründet und bietet seither Beratung, Gruppenangebote und Vernetzung für queere Jugendliche und junge Erwachsene.
Der Vorstand reagierte alarmiert: „Wir werden gezwungen, unsere Tür am Ende des Jahres zu schließen", heißt es in einer Stellungnahme des Vereins. Prien selbst hatte ihre Haltung zu staatlicher Förderung queerer Vielfalt bereits früher deutlich gemacht: „Gesellschaftliche Vielfalt ist grundsätzlich positiv – aber als staatliches Förderziel sehe ich das nicht."
Politisch sorgt die Entscheidung für Streit. SPDqueer fordert die Rücknahme der Kürzung, die Linke kritisiert sie als Sparmaßnahme an der falschen Stelle. Die AfD hatte den Förderstopp im Vorfeld gefordert – ihre Position deckt sich damit mit dem tatsächlichen Ergebnis der ministeriellen Entscheidung. Ob sich für Lambda kurzfristig eine andere Finanzierungsquelle findet, ist offen; der Verein prüft nach eigenen Angaben Alternativen, sieht seine Arbeit aber akut gefährdet.
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