Das Rechercheteam von Correctiv hat verdeckt getestet, wie die AfD eine interne KI-Plattform namens „Alternita" nutzt, um Propagandamaterial zu erzeugen. Das Tool greift auf kommerzielle Sprachmodelle von OpenAI, Google und Anthropic zurück und erlaubt Parteimitgliedern, in wenigen Minuten Social-Media-Beiträge, Pressemitteilungen und Grafiken im Corporate Design der Partei zu produzieren.
Bei den Tests generierte die Plattform unter anderem einen Beitrag, der vor einer „Regenbogendiktatur" warnte, dazu passend eine KI-Grafik mit einer brennenden Regenbogenfahne. Nach dem Hochladen von Artikeln mit Migrationsbezug lieferte das System zunehmend schärfere Formulierungen – bis hin zu Forderungen nach „sofortiger und umfassender Remigration" und einem „Einbürgerungsstopp". Auch Material aus neonazistischen Publikationen verarbeitete die KI ohne erkennbare Sperre.
Problematisch ist aus Sicht der Rechercheure vor allem die fehlende Kennzeichnung: Über „Alternita" erstellte Beiträge werden beim Posten in sozialen Netzwerken in der Regel nicht als KI-generiert markiert. Wählerinnen und Wähler könnten so über die Herkunft der Inhalte getäuscht werden.
Markus Beckedahl vom Zentrum für Digitalrechte und Demokratie warnt vor den Folgen: Mit einem solchen Werkzeug könne die AfD faktisch „die Kommandozentrale einer Bot-Armee" aufbauen, die automatisiert rechtsextreme und queerfeindliche Inhalte in großem Maßstab verbreitet. Bislang gibt es keine gesetzliche Pflicht, KI-generierte politische Werbung entsprechend zu kennzeichnen – eine Lücke, auf die Correctiv mit der Recherche gezielt hinweisen wollte.
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