Die Melde- und Informationsstelle Queerfeindlichkeit NRW (MIQ NRW) hat ihren ersten Jahresbericht vorgelegt. Seit dem Start im März 2025 registrierte die Stelle 258 queerfeindliche Vorfälle in Nordrhein-Westfalen – von strafrechtlich relevanten Taten bis zu Fällen, die unterhalb der Strafbarkeitsgrenze liegen, aber trotzdem verletzen.
Am häufigsten waren Belästigungen: Anfeindungen, Beleidigungen und Mobbing machten knapp zwei Drittel der gemeldeten Fälle aus. Daneben dokumentiert der Bericht physische Gewalt, Sachbeschädigung, Deadnaming sowie verweigerten Zugang zu Toiletten oder auf dem Wohnungsmarkt. In rund einem Fünftel der Fälle traf Queerfeindlichkeit mit anderen Diskriminierungsformen zusammen, etwa Rassismus oder Sexismus.
Am häufigsten ereigneten sich die Vorfälle im öffentlichen Raum – 111 Fälle, gut 43 Prozent. Bildungseinrichtungen folgen mit 31 Fällen, Handel und Dienstleistungen mit 25, digitale Räume mit 23. Besonders betroffen sind trans und nichtbinäre Menschen: Sie stellen fast die Hälfte der Selbstmeldungen. Trans- und Schwulenfeindlichkeit sind mit jeweils 35 Prozent die häufigsten Motive.
Die meisten Meldungen – 76 Prozent – kommen von Betroffenen selbst, der Rest von Zeuginnen und Zeugen oder Organisationen. Zusätzlich verzeichnete die Meldestelle 30 Angriffe gegen ihre eigene Arbeit. Nur elf Prozent der Betroffenen erstatten Anzeige bei der Polizei, knapp vier Prozent suchen eine Beratungsstelle auf. 39 Prozent berichten von Angst-, Ohnmachts- oder Minderwertigkeitsgefühlen als Folge der Erfahrung. Der vollständige Bericht ist im Online-Shop des Queeren Netzwerks NRW frei zugänglich.
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