Die ehemalige US-Fußballnationalspielerin Megan Rapinoe hat in einem Gastbeitrag für das Magazin Marie Claire vor den Folgen von Anti-Trans-Sportgesetzen gewarnt. Ihr zentrales Beispiel ist die Initiative I-638 im US-Bundesstaat Washington, die von allen Mädchen einen medizinischen Nachweis ihres Geschlechts verlangen würde, bevor sie am Schulsport teilnehmen dürfen.
Rapinoe argumentiert, dass ein solches Gesetz nicht nur trans Mädchen treffen würde, sondern letztlich alle: In einem Land mit hohen Zahlen sexualisierter Gewalt müssten Mädchen sich invasiven körperlichen Untersuchungen unterziehen oder für DNA- oder Hormontests bezahlen – Verfahren, die Medizinerinnen und Mediziner als unnötig und potenziell traumatisierend einstufen. „Das ist ein Feature dieser Gesetze, kein Fehler", schreibt sie.
Persönlich wurde Rapinoe nach eigenen Angaben bereits Opfer einer ähnlichen Dynamik: Eine Marke habe sie aus einer Werbekampagne zur Fußball-Weltmeisterschaft entfernt, nachdem eine KI-Software ihr öffentliches Eintreten für Trans-Rechte als Risiko eingestuft hatte. „Meins war, dass ich mich für Trans-Rechte ausgesprochen habe", schreibt sie über den Grund für die automatisierte Einstufung.
Nach Rapinoes Einschätzung lenken die politischen Angriffe auf trans Athletinnen von den eigentlichen Problemen ab, mit denen Frauen und Mädchen konfrontiert sind – etwa Abtreibungsverboten und eingeschränktem Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung. Die aktuellen Gesetzesvorstöße gehörten zu den „intensivsten politischen Angriffen auf LGBTQ+-Menschen der vergangenen Jahre" und bedrohten langfristig auch die Ehe für alle.
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