Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, besser bekannt als Mormonenkirche, hat auf ihren Social-Media-Kanälen unabsichtlich Werbung für eine Modemarke gemacht, die sich gezielt an schwule Mormonen und ehemalige Mitglieder richtet. Auf Instagram und Facebook veröffentlichte die Kirche ein Foto und ein Interview mit dem in New York lebenden Designer Pono Skousen – aufgezeichnet mehr als ein Jahr vor der Veröffentlichung, lange bevor seine Marke „Church of Martin" überhaupt existierte.
Skousen, selbst schwul und Ex-Mormone, gründete das Label gemeinsam mit Charles Robertson. Die Kollektionen verbinden religiöse Bildsprache mit queeren Motiven, etwa T-Shirts mit küssenden Frauen oder Kapuzenpullover mit schwulen Motiven. Als die Kirche das alte Interview postete, war ihr offenbar nicht bewusst, wer inzwischen hinter dem Namen steckt.
Die Reaktionen unter Mitgliedern fielen gemischt aus: Manche kritisierten die Veröffentlichung, andere fanden sie sympathisch. Skousen selbst betont, seine Marke richte sich nicht gegen die Kirche. Es gehe ihm darum, queeren Menschen zu ermöglichen, „ihre Vergangenheit zurückzuerobern – nicht mit Verbitterung, sondern mit Freude".
Der Vorfall zeigt, wie unübersichtlich Markenkommunikation werden kann, wenn Institutionen Inhalte ohne aktuellen Kontext wiederverwenden – und wie viel Symbolkraft ein einfaches Instagram-Posting entfalten kann, wenn es queere und religiöse Identität unerwartet zusammenbringt.
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