Zwischen März und Oktober 2024 hat der Polizeibeamte Daniel Flores vom Los Angeles Police Department rund 90 Audioaufnahmen von Kolleginnen und Kollegen angefertigt, auf denen diese laut Berichten homophobe, rassistische und sexistische Äußerungen machen. Betroffen sind unter anderem Beamte, die an Personalentscheidungen beteiligt waren und mitbestimmten, welche Bewerberinnen und Bewerber in den Polizeidienst aufgenommen wurden.
Flores übergab die Aufnahmen nach eigenen Angaben seinen Vorgesetzten, nachdem eine frühere interne Beschwerde über diskriminierende Vorgänge im Jahr zuvor offenbar folgenlos geblieben war. Die Aufnahmen sollten als zusätzlicher Beleg für die Vorwürfe dienen. Eine interne Untersuchung des LAPD kam daraufhin zu dem Schluss, dass gegen Dienstvorschriften verstoßen wurde.
Die Konsequenzen treffen bislang vor allem Flores selbst. Da heimliche Tonaufnahmen ohne Zustimmung aller Beteiligten in Kalifornien grundsätzlich strafbar sein können, prüfen Staatsanwälte einen Verstoß gegen den kalifornischen Datenschutz- und Abhörschutz. Die interne LAPD-Untersuchung empfahl bereits eine 90-tägige unbezahlte Suspendierung gegen ihn. Zu möglichen Sanktionen gegen die aufgenommenen Kolleginnen und Kollegen liegen bislang keine konkreten Angaben vor.
Der Fall zeigt ein Muster, das aus Whistleblower-Verfahren in Sicherheitsbehörden bekannt ist: Wer interne Missstände dokumentiert, riskiert selbst rechtliche und disziplinarische Konsequenzen – während die Aufklärung der eigentlichen Vorwürfe oft langsamer vorankommt als das Verfahren gegen die aufdeckende Person. Am Ende steht die Frage, ob eine Behörde eigene Fehlentwicklungen konsequenter verfolgt als jene, die sie öffentlich macht.
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