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40 Jahre nach homophobem Mord: Brüder in Großbritannien verurteilt

40 Jahre nach homophobem Mord: Brüder in Großbritannien verurteilt
Anthony Littler wurde 1984 in London erschlagen, weil die Täter ihn für schwul hielten. Erst ein Geständnis nach fast drei Jahrzehnten brachte den Fall wieder ins Rollen.

Mehr als vierzig Jahre nach der Tat sind zwei Brüder in Großbritannien wegen des Mordes an dem 45-jährigen Beamten Anthony Littler zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Weil er nach Überzeugung des Gerichts den tödlichen Schlag führte, erhielt Anthony Stewart, heute 60, 15 Jahre Gefängnis; sein Bruder Michael Stewart, 57, der während der Tat Schmiere stand, wurde zu 10 Jahren verurteilt.

Littler wurde in den frühen Morgenstunden des 1. Mai 1984 in einer Gasse im Londoner Stadtteil East Finchley überfallen. Er erlitt zwei Schädelbrüche und eine schwere Hirnverletzung, an der er starb. Geld, Kreditkarten und Brieftasche ließen die Täter zurück – ein Hinweis darauf, dass es den beiden damals 15 und 18 Jahre alten Brüdern nicht um Raub ging. Für Homosexualität gab es bei Littler selbst keine Anhaltspunkte; die Täter griffen ihn offenbar an, weil sie ihn für schwul hielten.

Fast drei Jahrzehnte blieb der Fall ungeklärt. Erst 2013 ging der jüngere Bruder Daniel Stewart nach einem Familienstreit zur Polizei und berichtete, seine Brüder hätten ihm gegenüber gestanden und mit dem Angriff geprahlt. 2022 rollte die Polizei die Ermittlungen neu auf. Zur Anklage kam es erst jetzt.

Vor Gericht beschrieb die Anklage die Tat nicht als Einzelfall: Es sei über einen längeren Zeitraum »eine Gewohnheit oder ein Hobby« der Brüder gewesen, gezielt Männer anzugreifen, die sie für homosexuell hielten. Der Fall gilt als eines der spätesten Urteile in einem britischen Verfahren wegen eines homophob motivierten Tötungsdelikts und zeigt, wie lange solche Verbrechen unentdeckt bleiben können, wenn Ermittlungen ohne Geständnis ins Stocken geraten.

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