Ecuadors Nationalversammlung hat einstimmig ein Adoptionsgesetz verabschiedet, das gleichgeschlechtliche Paare komplett ausschließt und Eltern trans Kinder das Sorgerecht kosten kann.
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Ecuadors Nationalversammlung hat ein Adoptionsgesetz verabschiedet, das gleichgeschlechtliche Paare vollständig von der Adoption ausschließt. Das „Reformgesetz verschiedener Rechtsvorschriften zur Vereinfachung der Adoption“ trat am 14. August 2026 in Kraft und wurde einstimmig mit 118 Stimmen angenommen. Es beschränkt Adoptionen auf verschiedengeschlechtliche Paare; auch Einzelpersonen dürfen nur adoptieren, wenn sie heterosexuell sind.
Das Gesetz geht über das Adoptionsrecht hinaus: Eltern trans Kinder riskieren den Verlust des Sorgerechts, wenn ihnen vorgeworfen wird, geschlechtsangleichende medizinische Versorgung zu „fördern“. Was genau darunter fällt, lässt der Gesetzestext offen.
Ecuador hatte 2019 nach einem Urteil des Verfassungsgerichts die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt. Die neue Regelung wird von Menschenrechtsorganisationen als Rückschritt gewertet. Cristian González Cabrera von Human Rights Watch wirft der Regierung vor, sich auf „Vorurteile und Fehlinformationen statt auf Belege“ zu stützen; das Gesetz gefährde Kinder und verfestige Stereotype. Die ecuadorianische LGBT-Föderation hält dagegen, Heterosexualität sei kein Beleg für elterliche Eignung, und Unterstützung für trans Jugendliche mache aus einer Familie keinen „Feind der Kindheit“.
Kritiker verweisen zudem auf die ecuadorianische Verfassung von 2008, die umfassenden Gleichheits- und Diskriminierungsschutz garantiert – ein Widerspruch, den Anwält*innen nun juristisch prüfen wollen.
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