Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Fabiana Banzer und Scarlett Rocha haben am 7. August 2026 in Bolivien standesamtlich geheiratet – als erstes gleichgeschlechtliches Paar des Landes. Möglich wurde das durch den Plurinationalen Verfassungsgerichtshof, der ihrem Fall im Einzelverfahren stattgab. Eine landesweite Öffnung der Ehe bedeutet das nicht: Artikel 63 der bolivianischen Verfassung definiert die Ehe weiterhin als Verbindung von Mann und Frau.
Dem Jawort ging ein langer Rechtsstreit voraus. Banzer und Rocha hatten ihren Antrag am 12. Oktober 2022 gestellt und kämpften sich fast vier Jahre durch die Instanzen, bis zwei Verfassungsbeschwerden den Weg freimachten. „Nach einem juristischen Kampf von drei Jahren und zehn Monaten konnten wir endlich als zwei Frauen die Zivilehe schließen“, sagte Banzer nach der Trauung.
Rechtlich stützt sich der Fall auf einen Präzedenzfall aus dem Jahr 2020: Damals hatten David Aruquipa und Guido Montaño als erstes gleichgeschlechtliches Paar Boliviens eine eingetragene freie Lebensgemeinschaft erwirkt. Seither sind Dutzende weitere Paare diesen Weg gegangen – eine vollständige Ehe wie jetzt bei Banzer und Rocha blieb bislang aber die Ausnahme.
Bolivien reiht sich damit in eine kleine Gruppe südamerikanischer Länder ein, die Einzelfälle über Gerichte ermöglichen, aber keine landesweite Ehe für gleichgeschlechtliche Paare kennen – neben Peru, Paraguay und Venezuela. Ob der Fall Banzer und Rocha weitere Verfahren nach sich zieht oder der Gesetzgeber nachzieht, ist offen.
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