In einem neuen Bericht ordnet Amnesty International UK das von J.K. Rowling gegründete Frauenkrisenzentrum Beira's Place der anti-rechte-Bewegung gegen Trans-Personen zu. Rowling und das Zentrum äußerten sich bislang nicht dazu.
Amnesty International UK hat das Krisenzentrum Beira's Place, das die Autorin J.K. Rowling 2022 in Edinburgh gegründet hat, in einem neuen Bericht als menschenrechtsfeindlich eingestuft. Beira's Place bietet nach eigenen Angaben Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, praktische und emotionale Unterstützung in einem geschützten Raum und beruft sich dabei auf den britischen Equality Act.
Rowling hatte das Zentrum gegründet, nachdem sie ihre Unterstützung für das Edinburgh Rape Crisis Centre wegen dessen Haltung zur Einbeziehung von Trans-Frauen aufgekündigt hatte. Seither positioniert sie sich öffentlich immer wieder gegen die Ausweitung rechtlicher Anerkennung für Trans-Personen, etwa im Streit um geschlechtsspezifische Schutzräume.
Im Juli veröffentlichten Bericht "A growing threat: the anti-rights movement in the UK" ordnet Amnesty das Zentrum der Kategorie "gender critical" zu und stellt es damit neben Organisationen wie die LGB Alliance und Sex Matters, die sich gegen die rechtliche Gleichstellung von Trans-Personen positionieren. Der Bericht argumentiert, Menschenrechte gehörten allen gleichermaßen: Werde die Rechtsstellung einer Gruppe eingeschränkt, gerieten langfristig auch Schutzmechanismen für andere Gruppen ins Wanken.
Amnesty verortet die Einstufung von Beira's Place im breiteren Kontext eines Berichts, der auch verschärfte Protest- und Migrationsgesetze in Großbritannien kritisch beleuchtet und als Bedrohung für internationale Menschenrechtsverpflichtungen beschreibt. Das Zentrum und Rowling äußerten sich bislang nicht öffentlich zur Einstufung durch Amnesty.
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