Ann Widdecombe ist tot. Die britische Polizei fand die 78-Jährige am Donnerstag mit schweren Verletzungen in ihrem Haus in Haytor, Devon. Ein 26 Jahre alter Mann wurde festgenommen, ihm wird Mord vorgeworfen. Nach Angaben der Ermittler gibt es keine Hinweise auf ein terroristisches oder politisches Motiv; woher die Tat rührt, ist offen.
Innenministerin Shabana Mahmood und Premierminister Keir Starmer äußerten sich bestürzt über den Tod.
Widdecombe saß von 1987 bis 2010 für die Konservativen im Unterhaus, später vertrat sie die Brexit Party im Europaparlament. In queeren Communitys ist sie vor allem für ihre Ablehnung von LGBTI-Rechten in Erinnerung: Sie stimmte während ihrer gesamten Zeit als Abgeordnete gegen jede Gleichstellungsinitiative, verteidigte das Verbot sogenannter „Homo-Propaganda“ (Section 28) und lehnte die Ehe für alle ab – 2013 sprach sie davon, sich durch das Gesetz „entfremdet“ zu fühlen.
Auch Konversionstherapien befürwortete sie wiederholt, zuletzt 2019, als sie erklärte, die Wissenschaft könnte homosexuelle Orientierung noch „heilen“. Trans Personen sprach sie ab, ihre Identität selbst zu bestimmen; 2018 bezeichnete sie entsprechende Politik als „vorherrschenden Wahnsinn“. Bekannt wurde zudem ihr Streit mit der Dragqueen Courtney Act während ihres Auftritts bei „Celebrity Big Brother“ 2018, der über 100 Beschwerden bei der Medienaufsicht Ofcom nach sich zog – die Behörde wies sie zurück.
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