Der US-Senator Lindsey Graham ist im Alter von 71 Jahren nach kurzer, plötzlicher Krankheit gestorben. Noch einen Tag zuvor hatte sich der Republikaner aus South Carolina in Kyjiw mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen. Die genaue Todesursache wurde nicht bekannt gegeben.
Graham saß mehr als 30 Jahre im Kongress, ab 1995 im Repräsentantenhaus, ab 2003 im Senat. Politisch war er lange eng mit dem inzwischen verstorbenen Senator John McCain verbunden und trat für eine interventionistische Außenpolitik ein. Nach Donald Trumps Wahlsieg 2016, den er zuvor scharf kritisiert hatte, vollzog Graham einen bemerkenswerten Wandel und wurde zu einem der loyalsten Verbündeten des Präsidenten – zuletzt vor allem in der Außenpolitik gegenüber der Ukraine und dem Iran.
In der Frage queerer Gleichstellung stimmte Graham über Jahrzehnte beständig gegen mehr Rechte: 1996 unterstützte er den „Defense of Marriage Act“, 2010 stimmte er gegen die Abschaffung von „Don’t Ask, Don’t Tell“ beim Militär, 2013 gegen ein Gesetz gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz und 2022 gegen den „Respect for Marriage Act“. Das Urteil des Supreme Court zur Ehe für alle 2015 akzeptierte er zähneknirschend, nannte sich aber weiterhin einen „stolzen Verteidiger der traditionellen Ehe“.
Über Jahre begleiteten Graham zugleich Spekulationen über seine sexuelle Orientierung, die er wiederholt und deutlich zurückwies: „Soweit es eine Rolle spielt: Ich bin nicht schwul.“ Vorwürfe eines Erwachsenenfilmdarstellers, die 2020 viral gingen, blieben unbelegt. Nach seinem Tod würdigten politische Weggefährten seine außenpolitische Rolle, während queere Organisationen an sein Abstimmungsverhalten erinnerten.
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