Idaho hat eines der schärfsten US-Gesetze zur Toilettennutzung durch trans Menschen erlassen. Aktivisten reagieren mit einer Karte sicherer Orte, ein Gericht hat die Durchsetzung teilweise gestoppt.
Idahos Gouverneur Brad Little hat eines der schärfsten Gesetze der USA zur Toilettennutzung durch trans Menschen unterschrieben. Es verbietet, öffentliche Toiletten oder Umkleiden zu betreten, die nicht dem bei der Geburt eingetragenen Geschlecht entsprechen – und zwar in staatlichen Gebäuden und öffentlichen Einrichtungen.
Wer sich "wissentlich und willentlich" nicht daran hält, riskiert bei einer ersten Verurteilung bis zu ein Jahr Gefängnis. Wird jemand innerhalb von fünf Jahren ein zweites Mal verurteilt, gilt die Tat als Verbrechen mit einer möglichen Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Idaho reiht sich damit in eine wachsende Zahl republikanisch regierter Bundesstaaten ein, die den Zugang trans Menschen zu öffentlichen Toiletten seit einigen Jahren per Gesetz einschränken.
Die Organisation Trans Affirm hat als Reaktion die "Idaho Inclusive Bathroom Map" veröffentlicht: eine Karte mit sicheren Toiletten im Bundesstaat, vor allem geschlechtsneutrale Einzelkabinen sowie Orte, die die Community selbst als einladend gemeldet hat. Board-Mitglied Scar Rulien nennt das Gesetz „ohnehin schon verwirrend" und verweist auf die Sicherheitsrisiken, denen trans Menschen beim Toilettengang ausgesetzt sind.
Ein Bundesrichter hat die Durchsetzung des Gesetzes nach einer Klage trans Einwohner Idahos, unterstützt von der Bürgerrechtsorganisation ACLU, inzwischen teilweise gestoppt. Ein endgültiges Urteil steht noch aus, sodass die Rechtslage für Betroffene vorerst unklar bleibt.
Verwandte Artikel
Rekord an Buchverboten: US-Schulen sperrten fast 12.000 Titel
Laut PEN America haben öffentliche Schulen in den USA im Schuljahr 2025/26 11.982 Bücher verbannt, so viele wie nie seit Beginn der Erhebung 2021. Texas und Florida verantworten 95 Prozent der Verbote.
HRC-Umfrage: Die meisten queeren Erwachsenen in den USA leben offen, doch das politische Klima bremst
Vor dem Coming-out-Tag veröffentlicht die Human Rights Campaign Umfrageergebnisse: 85 Prozent der befragten LGBTQ+-Erwachsenen leben mehr oder weniger offen, 56 Prozent sagen, das politische Klima mache sie zurückhaltender.
US-Bildungsministerium nimmt Title-IX-Schutz für LGBTQ-Studierende zurück
Das US-Bildungsministerium hat die Title-IX-Regel von 2024 aufgehoben, die auch Schutz vor Diskriminierung wegen der Geschlechtsidentität vorsah. Es gelten wieder die Vorgaben aus Trumps erster Amtszeit. LGBTQ-Verbände und Opferschutzgruppen kritisieren den Schritt.