Die Menschenrechtsorganisation Outright International hat erstmals einen Bericht über Diskriminierung asexueller Menschen vorgelegt. Er nennt Pathologisierung, sogenannte Konversionspraktiken und fehlenden rechtlichen Schutz.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die Menschenrechtsorganisation Outright International hat einen Bericht über die Lage asexueller Menschen veröffentlicht. Beteiligt waren die britische Aktivistin Yasmin Benoit und asexuelle Fürsprecher*innen aus Australien, Bangladesch, Botswana, Ungarn, Indien, Indonesien, Italien, Kenia, Mexiko und Vietnam. Der Bericht will Politik, Menschenrechtsorganisationen und queere Bewegungen auf Missstände aufmerksam machen und die Debatte darüber anstoßen, was asexuelle Menschen konkret brauchen.
Asexualität beschreibt der Bericht als Sammelbegriff für Menschen, die wenig oder keine sexuelle Anziehung zu anderen empfinden, unabhängig vom Geschlecht. Manche verstehen sie als Spektrum. Nach den Befunden der Autor*innen sind asexuelle Menschen von Diskriminierung und Gewalt betroffen: von sogenannten Konversionspraktiken und sexueller Gewalt, von Mobbing in der Schule, Belästigung am Arbeitsplatz und Benachteiligung in der Gesundheitsversorgung.
Ein Kernpunkt ist die Pathologisierung. Weit verbreitet ist die Annahme, asexuelle Menschen seien psychisch krank oder sexuell gestört. Das führe zu Fehldiagnosen. Der Bericht kritisiert die Definition der Weltgesundheitsorganisation in der Klassifikation ICD zur sogenannten hypoaktiven Sexualunlust-Störung: Sie berücksichtige nicht, dass Asexuelle weder Leidensdruck noch eine Funktionsstörung erleben müssen.
Auch rechtlich sehen die Autor*innen Lücken. Antidiskriminierungsgesetze schützen asexuelle Menschen selten ausdrücklich. In vielen Ländern könnten queerfeindliche Gesetze so ausgelegt werden, dass sie Asexualität mit erfassen, auch ohne sie zu nennen. Falsche Vorstellungen machten asexuelle Menschen in nationalen Gesetzen und politischen Programmen unsichtbar.
Benoit sagte laut LGBTQ Nation, die Probleme träten überall auf der Welt auf, und forderte LGBTQIA+-Organisationen auf, asexuelle Menschen mitzudenken. Venus Aves von Outright International rief Staaten dazu auf, asexuelle Menschen in Politik und Gesetzgebung einzubeziehen. Bestehende Menschenrechtsgarantien und Verbote der Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung sollten nach ihrer Lesart auch für sie gelten.
Den Bericht selbst haben wir nicht einsehen können; die Angaben stützen sich auf die Darstellung von LGBTQ Nation vom 22. Oktober 2026.
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