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Schleswig-Holstein stellt Aktionsplan „Echte Vielfalt 2.0“ mit 40 Maßnahmen vor

Gesellschaft

Zwölf Jahre nach dem ersten Landesaktionsplan hat die Kieler Landesregierung eine überarbeitete Fassung vorgelegt. Neu sind unter anderem eine Koordinationsstelle und ein eigener Anzeigegrund für Queerfeindlichkeit.

Schleswig-Holstein stellt Aktionsplan „Echte Vielfalt 2.0“ mit 40 Maßnahmen vor

Bild: KI-generiert · Illustration

Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat ihren Aktionsplan zur Akzeptanz sexueller Vielfalt und geschlechtlicher Identitäten überarbeitet. Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) stellte „Echte Vielfalt 2.0“ am Donnerstag im Landtag vor. Der erste Plan stammt von 2014, das Kabinett beschloss die neue Fassung am Montag. Sie umfasst 40 Maßnahmen gegen Diskriminierung, für Teilhabe, Sicherheit und Sichtbarkeit. Erstmals veröffentlicht das Land zudem einen Gesamtüberblick über bestehende und neue Maßnahmen.

Zu den Neuerungen zählen Fortbildungen für Lehrkräfte, eine 2026 am Zentrum für Prävention eingerichtete Koordinationsstelle für LSBTIQ*, erweiterte Weiterbildungen für Beschäftigte der obersten Landesbehörden und der Landespolizei sowie ein eigener Anzeigegrund „Queerfeindlichkeit“ bei Online-Anzeigen. Fortgeführt werden unter anderem die Geschäftsstelle Echte Vielfalt bei HAKI e. V., das Bildungsprojekt SCHLAU SH, die Beratungsstelle NaSowas und die zentrale Ansprechstelle LSBTIQ* bei der Landespolizei.

Beim Geld nennt der Bericht zwei Zahlen: Die Förderung für HAKI e. V. wurde im Vorjahr um 20.000 auf 244.000 Euro erhöht. Für den Schutz queerer Einrichtungen stellen Sozial- und Innenministerium in diesem Jahr gemeinsam 60.000 Euro bereit. Touré verwies auf den islamistischen Anschlag auf den CSD in Berlin und sagte, Lippenbekenntnisse reichten nicht. Nach fünf Jahren soll der Plan evaluiert werden.

Die Geschäftsstelle Echte Vielfalt zeigt sich optimistisch, sieht aber „Luft nach oben“. Gelobt wurden der Fokus auf bestehende Förderungen, intersektionale Ansätze wie Schutzkonzepte für queere Geflüchtete und die Förderung von CSD-Veranstaltungen. Sie fordert drei Ergänzungen: hauptamtliche Beratungsstrukturen, besonders für Erwachsene ab 27 Jahren, eine landesweite Monitoring- und Meldestelle für Queerfeindlichkeit und Beratung für queere Geflüchtete und Migrantinnen und Migranten.

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