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Nach Stolperstein-Verbot in Heidenau: Schleswig-Holstein bietet digitale Alternative an

Gesellschaft

Heidenau verbietet mit den Stimmen von CDU und AfD neue Stolpersteine im öffentlichen Raum. Schleswig-Holstein reagiert mit einem Angebot: Die App „Stolpersteine Digital" soll die Gedenksteine ersetzen, wo sie verboten werden.

Nach Stolperstein-Verbot in Heidenau: Schleswig-Holstein bietet digitale Alternative an

Bild: KI-generiert · Illustration

Der Stadtrat der sächsischen Stadt Heidenau hat mit den Stimmen von CDU und AfD beschlossen, künftig keine neuen Stolpersteine mehr im öffentlichen Raum zu erlauben. Gedenksteine für NS-Opfer sollen stattdessen auf Friedhöfe verlagert werden.

Schleswig-Holsteins Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur und Erinnerungskultur, Christian Meyer-Heidemann, kündigte als Reaktion an, die fünf bestehenden Heidenauer Stolpersteine in die App „Stolpersteine Digital" aufzunehmen. Nutzer können damit Gedenksteine per Smartphone-Kamera scannen und die Biografien der Opfer abrufen. Meyer-Heidemann bot zudem an, auch künftige Heidenauer Stolpersteine digital zu veröffentlichen, falls sie vor Ort nicht verlegt werden dürfen. Den Ratsbeschluss nannte er „einen bewussten Angriff auf unsere Erinnerungskultur".

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) bezeichnete das Verbot als „einen Skandal" und warnte, es drohe dazu zu führen, dass „Jüdinnen und Juden noch einmal unsichtbar" würden. Deutlicher wurde der Stolperstein-Erfinder Gunter Demnig: Er forderte die CDU auf, angesichts des Beschlusses „ihr C vielleicht" aus dem Parteinamen zu streichen, da sie christliche Werte verraten habe.

Die Stolpersteine gehen auf eine Initiative von 1992 zurück und erinnern an Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden – darunter auch queere Opfer des Regimes.

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