Die Deutsche Aidshilfe hat ein neues Selbsthilfeprojekt zum Thema Chemsex gestartet: das „Chemsex-Multiplikatoren-Programm“, kurz CheMP. Als Chemsex bezeichnet man den gezielten und zeitgleichen Konsum bestimmter psychoaktiver, meist illegaler Substanzen, um sexuelle Erlebnisse zu initiieren, zu intensivieren, zu verlängern oder Hemmungen abzubauen. Anders als klassische Präventionsangebote setzt CheMP nicht auf Ratschläge von Fachpersonal, sondern auf Wissen und Erfahrung aus der Community selbst: „Statt bevormundender Ratschläge von oben sollen konkrete Werkzeuge für den Alltag gemeinsam mit der Community entwickelt werden“, erklärt die Aidshilfe.
An schwule und bisexuelle Männer mit eigener Chemsex-Erfahrung richtet sich das Angebot, die ihr Wissen einbringen und andere aktiv unterstützen möchten. Willkommen sind ausdrücklich auch Männer, die unsicher sind, wie sie ihren eigenen Konsum einschätzen sollen, oder die Scham, Isolation oder Kontrollverlust erleben. Auch Menschen mit HIV oder anderen chronischen gesundheitlichen Belastungen können teilnehmen.
Das Programm besteht aus zwei Wochenendworkshops, vom 9. bis 11. Oktober und vom 11. bis 13. Dezember, an die sich sechs bis neun Monate begleitende Online-Treffen anschließen. Für den 1. September ist vorab eine Zoom-Infoveranstaltung vorgesehen. Die Teilnahme am Programm selbst ist kostenlos; finanziert wird es durch die Barmer-Krankenkasse, angemeldet wird sich über die Website der Aidshilfe.
Mit CheMP reagiert die Deutsche Aidshilfe auf einen Bedarf, der in der schwulen und bisexuellen Community seit Jahren diskutiert wird: Chemsex birgt gesundheitliche Risiken, an die klassische Aufklärungsangebote oft nicht heranreichen. Der Community-basierte Ansatz soll genau diese Lücke schließen.
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