Bei einem Wahlkampfauftritt behauptete US-Präsident Trump, Krankenhäuser führten auf seinen Befehl „Rückoperationen“ bei trans Menschen durch. Eine solche Anordnung existiert nicht, wie ein Abgleich mit seinen tatsächlichen Verfügungen zeigt.
Bei einer Wahlkampfveranstaltung im südkarolinischen Myrtle Beach hat US-Präsident Donald Trump eine falsche Behauptung über die Gesundheitsversorgung trans Menschen aufgestellt: Krankenhäuser würden auf seinen Befehl hin inzwischen „Rückoperationen“ durchführen, sagte er am 21. August – niemand habe bisher davon gehört.
Eine solche Anordnung existiert nicht. Trumps Exekutivverfügung vom Januar 2025 verpflichtet Bundesbehörden lediglich dazu, Einrichtungen, die geschlechtsangleichende Behandlungen für unter 19-Jährige anbieten, die Förderung zu entziehen – von verpflichtenden Operationen ist darin nirgends die Rede. Auch eine Regel der Gesundheitsbehörde CMS, die Medicaid-Leistungen für geschlechtsangleichende Versorgung Minderjähriger strich, schreibt keine Operationen vor.
Medizinische Entscheidungen gehörten in die Hände von Patientinnen, Patienten und ihren Ärzten, nicht in die der Politik, kommentierte Adrian Shanker, ehemaliger Beamter im Gesundheitsministerium unter Präsident Biden, gegenüber der Zeitschrift The Advocate.
Ein möglicher Ursprung der Verwechslung: Vergleiche des US-Justizministeriums mit dem Texas Children's Hospital und der Cleveland Clinic verpflichten die Kliniken zu freiwilligen Beratungsangeboten für Menschen, die eine Detransition erwägen – auch das sind keine verpflichtenden operativen Programme, sondern Angebote auf Wunsch der Betroffenen.
Wie selten geschlechtsangleichende Operationen bei Minderjährigen in den USA tatsächlich vorkommen, zeigt eine 2024 im Fachjournal JAMA veröffentlichte Studie: Bei Kindern bis 12 Jahren wurden keine Fälle verzeichnet, bei 13- bis 14-Jährigen lag die Rate bei 0,1 pro 100.000, bei 15- bis 17-Jährigen bei 2,1 pro 100.000.
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