Auf der 26. Internationalen Aids-Konferenz in Rio de Janeiro (26. bis 31. Juli 2026) trafen zwei gegenläufige Entwicklungen aufeinander. Einerseits zeigten neue Präventionsmittel wie das lang wirksame PrEP-Präparat Lenacapavir, monatliche Injektionen und sogar halbjährliche Spritzen eine Wirksamkeit, die Fachleute mit der eines Impfstoffs vergleichen. Außerdem gelten inzwischen 13 Menschen weltweit als von HIV geheilt, nach speziellen Stammzelltherapien – 2024 waren es noch sieben.
Andererseits ist die globale Finanzierung der Aids-Bekämpfung nach Angaben des designierten Präsidenten der International Aids Society, Kenneth Ngure, auf das Niveau von 2008 zurückgefallen. In den USA wurde die Behörde USAID, bislang größter Umsetzungspartner des Präventionsprogramms Pepfar, vollständig abgewickelt; weitere Kürzungen bei der US-Gesundheitsbehörde CDC sollen ab Anfang 2027 rund 10.000 zusätzliche Stellen kosten. In Teilen Afrikas und Asiens sank die Zahl neu begonnener PrEP-Behandlungen 2025/26 um 42 Prozent, HIV-Tests gingen um 12 Prozent zurück, Viruslast-Tests um 21 Prozent. Rund 1.700 Kliniken, Schutzeinrichtungen und Beratungsstellen mussten schließen.
2025 starben laut Konferenzangaben weltweit 570.000 Menschen an den Folgen von Aids, 1,2 Millionen infizierten sich neu mit HIV. Von den mehr als 40 Millionen Menschen, die mit HIV leben, erhalten 78 Prozent eine antiretrovirale Behandlung. Unaids-Exekutivdirektorin Winnie Byanyima brachte den Widerspruch der Konferenz auf den Punkt: Innovation ohne Zugang sei Ungerechtigkeit. Brasiliens Gesundheitsminister Alexandre Padilha forderte, wissenschaftlicher Fortschritt müsse mit gesichertem Zugang zu den neuen Mitteln einhergehen.
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