Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Die US-Regierung um Präsident Donald Trump lässt geschlechtsangleichende Behandlungen für trans Kinder und Jugendliche künftig nicht mehr über die staatlichen Gesundheitsprogramme Medicare und Medicaid finanzieren. Das kündigte Mehmet Oz an, der die beiden Programme leitet. Betroffen sind Operationen und Hormonbehandlungen; die Behandlung psychischer Erkrankungen soll von der neuen Regel ausgenommen bleiben. Nach Angaben der Behörde tritt sie am 13. Oktober in Kraft.
Medicaid richtet sich an Menschen mit geringem Einkommen, Medicare an Seniorinnen, Senioren und Menschen mit Behinderung. Für viele Kliniken in den USA, wo es anders als in Deutschland keine flächendeckende Krankenversicherung gibt, machen Abrechnungen über die beiden Programme einen erheblichen Teil der Einnahmen aus. Bund und Bundesstaaten teilen sich die Kosten für Medicaid; die neue Vorgabe betrifft nur die Bundesmittel. Zahlreiche republikanisch regierte Bundesstaaten hatten entsprechende Behandlungen aber schon zuvor eingeschränkt, weshalb sich die konkrete Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen laut US-Medien nur schwer beziffern lässt.
Trump und seine Partei haben das Thema Transfeindlichkeit wiederholt für politische Zwecke genutzt. Auf der Plattform Truth Social rief der Präsident dazu auf, sich bei den anstehenden Zwischenwahlen daran zu erinnern, und warf den Demokraten vor, Kinder für zu jung zum Wählen, aber alt genug für geschlechtsangleichende Eingriffe zu halten. Kritiker*innen sehen in der Maßnahme einen weiteren Schritt in einer langen Reihe von Einschränkungen der medizinischen Versorgung für trans Jugendliche unter der aktuellen US-Regierung.
Verwandte Artikel
Gay-Forum DataLounge schließt nach 31 Jahren
Das 1995 gegründete Online-Forum DataLounge, lange ein zentraler Treffpunkt für Klatsch und Debatten in der schwulen Community, ist nach 31 Jahren offline gegangen.
WNBA räumt Fehler ein: Sicherheitspersonal zwang Fans, Shirts zur Trans-Debatte zu verdecken
Bei einem Spiel in Atlanta forderte die Sicherheit von WNBA-Fans, Shirts mit gegensätzlichen Botschaften zu Trans-Athletinnen im Sport zu verbergen. Die Liga entschuldigte sich nachträglich.
Queere Migrantin sitzt erneut in Abschiebehaft in Georgia
Die queere Kamerunerin Pauline Nadege Binam wird zum zweiten Mal von der US-Einwanderungsbehörde ICE festgehalten. Aktivistinnen, die sie besuchten, berichten von Erschöpfung und mangelhafter Versorgung.