Ab dem 13. Oktober zahlen die staatlichen US-Gesundheitsprogramme Medicare und Medicaid keine Operationen und Hormonbehandlungen für trans Kinder und Jugendliche mehr. Die Trump-Regierung reiht die Maßnahme in eine lange Serie von Einschränkungen ein.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Die US-Regierung um Präsident Donald Trump lässt geschlechtsangleichende Behandlungen für trans Kinder und Jugendliche künftig nicht mehr über die staatlichen Gesundheitsprogramme Medicare und Medicaid finanzieren. Das kündigte Mehmet Oz an, der die beiden Programme leitet. Betroffen sind Operationen und Hormonbehandlungen; die Behandlung psychischer Erkrankungen soll von der neuen Regel ausgenommen bleiben. Nach Angaben der Behörde tritt sie am 13. Oktober in Kraft.
Medicaid richtet sich an Menschen mit geringem Einkommen, Medicare an Seniorinnen, Senioren und Menschen mit Behinderung. Für viele Kliniken in den USA, wo es anders als in Deutschland keine flächendeckende Krankenversicherung gibt, machen Abrechnungen über die beiden Programme einen erheblichen Teil der Einnahmen aus. Bund und Bundesstaaten teilen sich die Kosten für Medicaid; die neue Vorgabe betrifft nur die Bundesmittel. Zahlreiche republikanisch regierte Bundesstaaten hatten entsprechende Behandlungen aber schon zuvor eingeschränkt, weshalb sich die konkrete Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen laut US-Medien nur schwer beziffern lässt.
Trump und seine Partei haben das Thema Transfeindlichkeit wiederholt für politische Zwecke genutzt. Auf der Plattform Truth Social rief der Präsident dazu auf, sich bei den anstehenden Zwischenwahlen daran zu erinnern, und warf den Demokraten vor, Kinder für zu jung zum Wählen, aber alt genug für geschlechtsangleichende Eingriffe zu halten. Kritiker*innen sehen in der Maßnahme einen weiteren Schritt in einer langen Reihe von Einschränkungen der medizinischen Versorgung für trans Jugendliche unter der aktuellen US-Regierung.
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