Die 36-jährige Pauline Nadege Binam sitzt im Stewart Detention Center im US-Bundesstaat Georgia in Abschiebehaft. Die queere Frau kam als Kleinkind aus Kamerun in die USA und hat eine minderjährige Tochter mit US-Staatsbürgerschaft. Es ist bereits ihre zweite Inhaftierung durch die Einwanderungsbehörde ICE, diesmal seit Dezember. Eine frühere Verurteilung wegen Hehlerei schließt sie formal von einem Abschiebestopp aus; ihre Unterstützer prüfen derzeit andere rechtliche Wege, unter anderem ein laufendes Habeas-Corpus-Verfahren.
Zwei Aktivistinnen, Noël Heatherland und die demokratische Kongresskandidatin Timoria McQueen Saba, durften Binam kürzlich hinter einer Glasscheibe besuchen. „Ich konnte sehen, dass sie sehr müde ist. Sie wirkt einfach sehr erschöpft“, berichtete Heatherland danach. Ein dritter Besucher, der Kandidat Bentley Hudgins, wurde wegen eines abgelaufenen Führerscheins abgewiesen; er beschrieb die Atmosphäre der Einrichtung als von Dunkelheit geprägt.
Binams Fall reicht bis 2019 zurück: Während einer früheren Haft im Irwin County Detention Center soll ihr bei einem gynäkologischen Eingriff ohne vollständige Einwilligung ein Eileiter entfernt worden sein – ein Vorwurf, der in Krankenakten dokumentiert ist und 2020 den US-Kongress beschäftigte. Nach eigenen Angaben leidet Binam in Stewart erneut unter mangelhafter Versorgung, meidet aus Angst vor weiteren Übergriffen aber ärztliche Behandlung. Unterstützer werten den Besuch als Zeichen, dass sie mit ihrem Fall nicht allein ist.
Verwandte Artikel
Gay-Forum DataLounge schließt nach 31 Jahren
Das 1995 gegründete Online-Forum DataLounge, lange ein zentraler Treffpunkt für Klatsch und Debatten in der schwulen Community, ist nach 31 Jahren offline gegangen.
WNBA räumt Fehler ein: Sicherheitspersonal zwang Fans, Shirts zur Trans-Debatte zu verdecken
Bei einem Spiel in Atlanta forderte die Sicherheit von WNBA-Fans, Shirts mit gegensätzlichen Botschaften zu Trans-Athletinnen im Sport zu verbergen. Die Liga entschuldigte sich nachträglich.
New Yorker Lawmaker wollen 40 Jahre altes Bathhouse-Verbot kippen
Zwei offen schwule New Yorker Abgeordnete bringen ein Gesetz ein, das das seit 1985 geltende Verbot schwuler Saunen aufheben und durch ein staatliches Lizenzsystem ersetzen soll.