Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Menschen mit HIV könnten künftig statt einer täglichen nur noch eine wöchentliche Tablette benötigen. Das legt eine internationale, doppelblinde Zulassungsstudie mit über 600 Teilnehmenden aus zwölf Ländern nahe, die eine neue Wirkstoffkombination aus Islatravir und Lenacapavir getestet hat. Geleitet wurde die Untersuchung von Jürgen Rockstroh von der Uniklinik Bonn, finanziert von den Pharmaunternehmen Gilead Sciences und MSD.
Ein Teil der Teilnehmenden erhielt die neue wöchentliche Kombination, der Rest blieb bei der bisherigen täglichen Dreifachtherapie aus Bictegravir, Emtricitabin und Tenofoviralafenamid. Nach 48 Wochen zeigte sich in beiden Gruppen bei 93 Prozent der Patient*innen eine dauerhaft unterdrückte Viruslast. In der Wochengruppe kam es zu keinem virologischen Versagen und zu keiner Resistenzentwicklung; auch schwere Nebenwirkungen unterschieden sich mit rund fünf Prozent kaum von der Vergleichsgruppe. Die Abbruchraten lagen bei fünf beziehungsweise sechs Personen.
Lenacapavir, ein sogenannter Kapsidinhibitor, ist in Europa bereits seit 2022 zugelassen, bislang aber nicht in dieser wöchentlichen Kombination mit Islatravir. Ein Zulassungsantrag in den USA ist geplant, eine europäische Zulassung dürfte später folgen. Auf den Markt könnte die neue Kombination frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 kommen.
Für Betroffene wäre der Umstieg vor allem eine spürbare Erleichterung im Alltag: Aus 365 Erinnerungen an die eigene Infektion im Jahr würden nur noch 52 – ein kleiner, aber für viele bedeutsamer Unterschied.
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