Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Kanada streicht die letzten Hürden für schwule und bisexuelle Samenspender. Ende Juli 2026 kündigte Health Canada an, ab diesem Herbst keine Fragen zum Sexualverhalten mehr in den Spendertest aufzunehmen. Konkret entfällt die Frage, ob ein Spender kürzlich Analsex mit einem neuen oder mehreren Partnern hatte.
Damit endet ein jahrzehntelanger Streit. Bis 2024 durften schwule und bisexuelle Männer in Kanada gar kein Sperma spenden, eine Regel aus den 1980er-Jahren. Ausgelöst hat die Wende eine Verfassungsklage: Ein Mann namens Aziz reichte sie 2023 ein und berief sich auf die Gleichheitsrechte der kanadischen Grundrechtecharta. Im Frühjahr 2024 reagierte Health Canada zunächst mit einem Kompromiss und ersetzte das pauschale Verbot durch verhaltensbasierte Fragen zum Sexualleben. Erstmals seit über 30 Jahren durften damit Männer, die Sex mit Männern haben, wieder spenden.
Jetzt fällt auch diese Zwischenlösung. Health Canada begründet den Schritt mit modernen Testverfahren, die HIV und andere Infektionen zuverlässig erkennen, unabhängig vom Geschlecht der Sexualpartner. Aktivist*innen werten die Entscheidung als „precedent-setting“ – als Präzedenzfall, an dem sich andere Länder mit ähnlichen Spenderregeln orientieren könnten.
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