Bei einer Präsentation des US-Außenministeriums zur AIDS-2026-Konferenz in Rio de Janeiro landete Nigeria als Binnenland auf der Karte, Mosambik nördlich von Uganda. Kritiker sehen darin mehr als einen Ausrutscher – parallel wird die HIV-Hilfe für Afrika massiv gekürzt.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Bei einer Veranstaltung des US-Außenministeriums zur AIDS-2026-Konferenz in Rio de Janeiro zeigte eine Präsentation am 27. Juli 2026 eine Afrika-Karte mit gravierenden Fehlern: Nigeria erschien als Binnenland ohne Küste, Mosambik lag nördlich von Uganda, Côte d'Ivoire war nach Südafrika verrutscht. Die Grafik trug ein sichtbares Wasserzeichen von OpenAI.
Das Ministerium entschuldigte sich und erklärte, ein Mitarbeiter habe die Folien kurz vor der Präsentation in Eile geändert. Die HIV-Politikexpertin Emily Bass ließ diese Erklärung nicht gelten. Aus ihrer Sicht steht der Fehler für ein größeres Problem: Die zuständige Behörde schreibe gerade die Geschichte der US-Aidshilfe um und stelle seit Jahrzehnten laufende Programme der Centers for Disease Control als neue Erfolge der Trump-Regierung dar.
Der Kartenfehler fällt in eine Zeit, in der die tatsächliche Hilfe schrumpft. Eine Studie der Stiftung amfAR beziffert die Folgen verzögerter oder gestrichener PEPFAR-Gelder: 1.700 HIV-Anlaufstellen mussten schließen, 16.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen verloren ihre Stelle. PEPFAR gilt seit über zwanzig Jahren als eines der wirksamsten US-Programme gegen die weltweite HIV-Epidemie, ein Großteil der Mittel fließt nach Afrika.
Für viele Fachleute vor Ort wiegt deshalb weniger die falsche Karte als das, was dahintersteht: eine Kürzung, die messbare Lücken in der Versorgung von HIV-Patientinnen und -Patienten hinterlässt, während offizielle Präsentationen die eigene Rolle größer erscheinen lassen, als sie ist.
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