Nach einem Anstieg der Neudiagnosen um 27 Prozent erklärt Fidschis Gesundheitsminister die HIV-Lage zur nationalen Krise. Nur ein Fünftel der Betroffenen erhält derzeit eine Behandlung.
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Fidschi hat den nationalen Gesundheitsnotstand wegen steigender HIV-Zahlen ausgerufen. Gesundheitsminister Antonio Lalabalavu erklärte die Krise am Dienstag — anderthalb Jahre, nachdem die Regierung im Januar 2025 bereits einen Ausbruch gemeldet hatte. Grund ist ein deutlicher Anstieg der Neudiagnosen: 2025 wurden 2.016 neue HIV-Fälle registriert, 27 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Unter den Neuinfizierten waren 59 Neugeborene.
In dem Inselstaat mit rund 937.000 Einwohner:innen leben schätzungsweise 9.100 Menschen mit HIV. Nur 39 Prozent von ihnen kennen ihren Status, nur 22 Prozent erhalten eine antiretrovirale Behandlung. Mehr als die Hälfte der Übertragungen geht auf sexuellen Kontakt zurück, fast die andere Hälfte auf intravenösen Drogenkonsum — ein Übertragungsweg, der in der bisherigen Präventionsarbeit kaum berücksichtigt wurde.
Die Regierung kündigte an, Schnelltests, Präventionsmedikamente und Behandlungszugänge auszubauen sowie Angebote zur Schadensminderung für Menschen mit injizierendem Drogenkonsum einzuführen. Ein Nadel- und Spritzenprogramm ist in Planung, braucht aber noch die Zustimmung des Parlaments. Unterstützung kommt von Australien, Neuseeland, Indien, dem Global Fund und den Vereinten Nationen.
Eamonn Murphy, der Pazifik-Direktor von UNAIDS, warnte davor, die Erklärung als Grund zur Panik misszuverstehen: "Die Ausrufung der nationalen Krise ist ein Aufruf zum Handeln, nicht zur Angst. HIV wird nicht durch alltäglichen Kontakt übertragen." Die Regierung betont, es gehe um schnelleren Zugang zu Tests und Behandlung, nicht um Ausgrenzung Betroffener.
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