Der Stadtrat strich einstimmig eine seit 1988 geltende Regelung gegen schwule Badehäuser. Sie stammt aus der Zeit der Aids-Krise; Gesundheitsfachleute sehen solche Orte heute als Chance für HIV-Aufklärung.
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Der Stadtrat von San Diego hat am 11. September einstimmig eine Verordnung aufgehoben, die gewerbliche Badehäuser seit den 1980er-Jahren stark einschränkte. Die Regelung stammte ursprünglich aus dem Jahr 1988 und wurde 1991 verschärft, eingeführt in einer Zeit, in der es gegen HIV noch keine wirksame Behandlung gab und Kommunen versuchten, die Übertragung des Virus über solche Treffpunkte einzudämmen.
Zuletzt wurde die Vorschrift kaum noch durchgesetzt, blieb aber offiziell in Kraft. Der Club San Diego, ein seit über 40 Jahren bestehender Männer-Spa, existierte all die Jahre trotz des formalen Verbots weiter. Ratspräsident Joe LaCava nannte die Aufhebung überfällig: Die Verordnung spiegle ein herabwürdigendes und überholtes Bild der schwulen Community wider. Bis zur Abstimmung hatte das alte Recht Betreibern rechtliche Unsicherheit beschert, selbst wenn die Stadt nicht mehr aktiv dagegen vorging.
Gesundheitsfachleute sehen Badehäuser heute anders als zur Zeit der Aids-Krise: als Orte, an denen sich Aufklärung, Beratung und Testangebote zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen erreichen lassen, gerade bei Menschen, die klassische Arztpraxen meiden. San Diego reiht sich damit in eine Reihe von US-Städten ein: San Francisco, New York und Minneapolis haben vergleichbare Verbote in den vergangenen vier Jahren bereits gestrichen, wenn auch dort Beschränkungen beim Alkoholausschank sowie Bau- und Gesundheitsvorschriften den Betrieb weiterhin erschweren. Wie viele weitere US-Kommunen ähnliche Regelungen noch in ihren Gesetzbüchern führen, ist nicht systematisch erfasst.
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