Kalifornien plant einen eigenen LGBTIQ+-Zugang zur bundesweiten Krisenhotline 988, nachdem die Trump-Regierung ein spezialisiertes Förderprogramm für queere Jugendliche beendet hatte.
Bild: KI-generiert · Illustration
Kalifornien bereitet einen eigenen Zugang für LGBTIQ+-Menschen innerhalb der landesweiten Krisenhotline 988 vor. Wer anruft und die Taste 3 drückt, soll künftig direkt mit einem auf queere Anliegen spezialisierten Krisenzentrum verbunden werden.
Anlass ist eine Entscheidung der Trump-Regierung: Am 17. Juli 2025 beendete sie das Bundesprogramm „LGBTQ+ Youth Specialized Services“, über das junge queere Menschen bislang gezielt Unterstützung bei der 988-Hotline erhielten. Der US-Kongress forderte später zwar eine Wiederherstellung und stellte 33,1 Millionen Dollar für eine bundesweite Ersatzlösung bereit. In Kalifornien bestehen aber Zweifel, ob dieses neue Angebot trans Menschen ausreichend einbezieht und ob erfahrene LGBTIQ+-Organisationen an der Umsetzung beteiligt werden.
Der Bundesstaat plant deshalb eine eigene Lösung und hat dafür im Rahmen zweier Gesetze fünf Millionen Dollar veranschlagt. Die bisherige bundesweite LGBTIQ+-Option der 988-Hotline zeigt, wie groß der Bedarf ist: Seit 2022 gab es landesweit 1,6 Millionen entsprechende Kontakte, mehr als 73.000 davon allein aus Kalifornien. Für den technischen Aufbau der neuen Struktur rechnen die Verantwortlichen mit bis zu zwölf Monaten, sobald die zuständige Bundesbehörde SAMHSA grünes Licht gibt – eine Zustimmung, die noch aussteht.
Der kalifornische Abgeordnete Mark González, der den Vorstoß mitträgt, beschreibt die Dringlichkeit persönlich: Es gebe „einen unsichtbaren Kampf, den viele von uns in der Gemeinschaft erlebt haben – diese Belastung auf dem Herzen, die Spirale im Kopf, die endlosen Nächte voller Tränen“. Der Bund hatte parallel 252 Millionen Dollar für die allgemeine 988-Infrastruktur angekündigt; wie viel davon queerspezifische Angebote erreicht, bleibt unklar.
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