Die Dating-App Grindr zahlt 26 Millionen Pfund, um eine Sammelklage wegen der Weitergabe von HIV-Statusdaten an Werbefirmen beizulegen. Betroffen sind 12.000 britische Nutzer.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die Dating-App Grindr hat sich in Großbritannien auf einen Vergleich in Höhe von 26 Millionen Pfund geeinigt und beendet damit einen zweijährigen Rechtsstreit um die Weitergabe sensibler Nutzerdaten. Die Kanzlei Austen Hays hatte im April 2024 am High Court of England and Wales im Namen von 12.000 Nutzern Klage eingereicht.
Den Klägern zufolge gab Grindr bis Anfang 2020 unter anderem den HIV-Status von Nutzern an Werbeunternehmen weiter. Nach dem Vergleich soll Grindr 13 Millionen Pfund noch bis Ende dieses Jahres zahlen, weitere 13 Millionen Pfund bis Ende März 2027. Bei gleichmäßiger Verteilung entspricht das einer durchschnittlichen Entschädigung von rund 2.167 Pfund pro Person.
Grindr erklärte, der Vergleich enthalte kein Schuldeingeständnis und keine Feststellung einer Rechtsverletzung. Das Unternehmen bestreite die Vorwürfe, erkenne aber an, dass der Umgang mit Daten vor 2020 bei einem Teil der britischen Nutzer Vertrauen gekostet habe. Seit 2020 sei das Datenschutzprogramm grundlegend überarbeitet worden.
Der Fall reiht sich in eine längere Geschichte ein: Bereits 2018 hatte Grindr nach Enthüllungen norwegischer Forscher angekündigt, den HIV-Status von Nutzern nicht mehr an Dritte weiterzugeben. 2021 verhängte die norwegische Datenschutzbehörde eine Geldbuße von umgerechnet rund 4,8 Millionen Pfund gegen das Unternehmen, die ein Berufungsgericht im Oktober 2025 bestätigte. Die Richter hielten damals fest, Grindrs Zusicherung, keine persönlichen Nutzerdaten zu Werbezwecken zu verkaufen, sei irreführend gewesen.
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