Island bewertet Blutspender*innen seit dem 1. September nach individuellem Sexualverhalten statt nach sexueller Orientierung. Schwule und bisexuelle Männer sind damit nicht mehr pauschal von der Spende ausgeschlossen, HIV-positive Menschen bleiben es weiterhin.
Bild: KI-generiert · Illustration
Island hat zum 1. September neue Regeln für Blutspenden eingeführt, die nicht mehr nach sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität unterscheiden. Wie die Washington Blade berichtet, bewertet das isländische Gesundheitssystem Spender*innen künftig ausschließlich anhand konkreter sexueller Verhaltensweisen der vergangenen Monate.
Ausschlussfristen gelten weiterhin für Personen mit neuen oder mehreren Sexualpartner*innen sowie für Verhaltensweisen mit erhöhtem Übertragungsrisiko, unabhängig davon, ob die spendewillige Person hetero-, homo- oder bisexuell lebt. Menschen mit HIV-Diagnose bleiben von der Blutspende ausgeschlossen. Wer PrEP oder PEP zur HIV-Prophylaxe einnimmt, muss vier Monate nach der letzten Einnahme warten, bevor eine Spende möglich ist.
Bislang schlossen viele Länder schwule und bisexuelle Männer pauschal oder mit langen Wartefristen von der Blutspende aus, unabhängig von ihrem individuellen Risikoverhalten. Kritiker*innen bewerteten solche Regeln seit Jahren als überholt und diskriminierend, da sie sexuelle Orientierung statt tatsächliches Risikoverhalten zum Maßstab machten.
Island reiht sich mit der Reform in eine wachsende Zahl europäischer Länder ein, die auf individuelle, verhaltensbasierte Bewertungen umgestellt haben. Für isländische Blutbanken bedeutet die Änderung vor allem eines: mehr potenzielle Spender*innen bei gleichbleibender medizinischer Sicherheit, da weiterhin nur konkretes Risikoverhalten über eine Zulassung entscheidet.
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