Berliner Gesundheitsbehörden und das Robert-Koch-Institut untersuchen 17 Fälle von Dermatophilose bei Männern - eine Erkrankung, die bislang fast nur aus der Tiermedizin bekannt war. Auch europaweit steigen die Zahlen, die Häufung wird mit sexpositiven Saunen in Verbindung gebracht.
Bild: KI-generiert · Illustration
Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin und das Robert-Koch-Institut beobachten eine ungewöhnliche Häufung von Dermatophilose in der Region: 17 bestätigte Fälle zwischen Dezember 2025 und Juni 2026, ausschließlich bei Männern im Schnitt Mitte vierzig - größtenteils schwul oder bisexuell.
Die Erkrankung wird durch das Bakterium Dermatophilus congolensis ausgelöst und war bislang vor allem aus der Tiermedizin bekannt, etwa bei Rindern und Schafen. Beim Menschen trat sie bisher nur vereinzelt auf, meist nach engem Kontakt mit erkrankten Tieren. Die jetzige Häufung innerhalb eines menschlichen, sexuellen Kontaktnetzwerks ist deshalb ein neues Muster, das RKI und das europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten gemeinsam beobachten. Die Fallzahlen in Europa stiegen von rund 70 im Juni 2026 auf mehr als 120 im August.
Bei Betroffenen zeigt sich die Infektion als schuppige, teils nässende Hautveränderung. Übertragen wird sie hauptsächlich durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt, seltener über kontaminierte Oberflächen. Auffällig ist die Häufung in sexpositiven Saunen, mit denen viele der bisherigen Fälle in Verbindung gebracht werden.
Die Behörden empfehlen deshalb, engen Körperkontakt mit sichtbaren Hautveränderungen zu vermeiden, offene oder nässende Stellen nicht zu berühren und ungeklärte Hautveränderungen ärztlich abklären zu lassen. Eine Übertragung durch Geschlechtsverkehr im engeren Sinn ist nicht belegt; ausschlaggebend scheint der körperliche Kontakt in sexuellen Netzwerken insgesamt zu sein. Weitere Untersuchungen sollen klären, warum die Infektion seit Ende 2025 verstärkt bei Menschen statt nur bei Tieren auftritt.
Verwandte Artikel
Zweite Bundesermittlung gegen Kinderklinik in Colorado wegen Trans-Versorgung
Während Familien versuchen, das Children's Hospital Colorado wegen Missachtung einer Gerichtsanordnung zu belangen, wird eine zweite Bundesermittlung wegen angeblich auffälliger Abrechnungen bekannt.
San Diego hebt jahrzehntealtes Badehaus-Verbot auf
Der Stadtrat strich einstimmig eine seit 1988 geltende Regelung gegen schwule Badehäuser. Sie stammt aus der Zeit der Aids-Krise; Gesundheitsfachleute sehen solche Orte heute als Chance für HIV-Aufklärung.
Kalifornien plant eigenen LGBTIQ+-Zugang zur Krisenhotline 988
Kalifornien plant einen eigenen LGBTIQ+-Zugang zur bundesweiten Krisenhotline 988, nachdem die Trump-Regierung ein spezialisiertes Förderprogramm für queere Jugendliche beendet hatte.