27 Prozent mehr HIV-Diagnosen im Jahresvergleich, 59 infizierte Neugeborene: Fidschis Regierung hat HIV zum nationalen Notstand erklärt und will Tests, Behandlung und Schadensminderung ausweiten. UNAIDS mahnt schnelles Handeln an.
Bild: KI-generiert · Illustration
Fidschis Gesundheitsminister Atonio Lalabalavu hat HIV am 17. September zum nationalen Notstand erklärt. Grundlage ist ein Anstieg der Neudiagnosen um 27 Prozent im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr: 2.016 Menschen erhielten eine HIV-Diagnose, 59 Babys kamen mit dem Virus zur Welt. Bereits im Januar 2025 hatte das Land einen Ausbruch erklärt, seither hat sich die Lage weiter verschärft.
Von den rund 937.000 Einwohnerinnen und Einwohnern Fidschis leben schätzungsweise 9.100 mit HIV. Nur 39 Prozent von ihnen kennen ihren Status, lediglich 22 Prozent erhalten eine antiretrovirale Behandlung. Mehr als die Hälfte der Übertragungen geht auf sexuellen Kontakt zurück, knapp die Hälfte auf intravenösen Drogenkonsum.
Die Regierung kündigte an, den Zugang zu Schnelltests sowie zu Präventions- und Behandlungsmedikamenten auszuweiten und Angebote zur Schadensminderung für Drogenkonsumierende bereitzustellen. Ein Nadelaustauschprogramm liegt dem Parlament zur Genehmigung vor. Finanzielle Unterstützung kommt von Australien, Neuseeland, Indien, dem Global Fund und den Vereinten Nationen.
UNAIDS-Exekutivdirektorin Winnie Byanyima mahnte zu schnellem Handeln: HIV-Epidemien könnten sich rasch verändern, Länder bräuchten Gesundheits- und Gemeindesysteme, die dringend reagieren könnten. Eamonn Murphy, der UNAIDS-Regionaldirektor für den Pazifik, sieht für Fidschi noch die Möglichkeit, den Verlauf der Epidemie zu ändern. Im Mittelpunkt der angekündigten Maßnahmen steht neben dem Ausbau von Tests und Behandlung auch der Abbau von Stigmatisierung, die viele Betroffene bislang von einem Test abhält.
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