Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Der britische staatliche Gesundheitsdienst NHS beginnt mit der Verabreichung eines neuen Wirkstoffs an Menschen, deren HIV-Infektion gegen die üblichen Medikamente resistent geworden ist. Das Mittel Lenacapavir soll dort helfen, wo herkömmliche Therapien nicht mehr wirken.
Die Behandlung startet mit zwei Tabletten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, gefolgt von einer weiteren Tablette am achten Tag. Danach folgen zwei Injektionen, anschließend genügt eine Spritze alle sechs Monate. Weil sie derzeit keine wirksame Alternative haben, sollen zunächst rund 92 Patientinnen und Patienten in England Zugang zu dem Medikament erhalten; binnen drei Jahren soll die Zahl auf etwa 300 steigen. Behörden schätzen, dass jährlich rund 100 Menschen in England die Therapie benötigen könnten.
In England leben schätzungsweise 100.000 Menschen mit HIV. Die meisten von ihnen erreichen mit Standardmedikamenten eine nicht mehr nachweisbare Viruslast. Eine kleine Gruppe entwickelt jedoch Resistenzen – oft, weil sie bereits frühe HIV-Medikamente eingenommen hat oder sich mit dem Virus bei der Geburt infiziert hat.
Gesundheitsministerin Baroness Merron nannte die Einführung eine Behandlung, die das Leben der Betroffenen „grundlegend verändern“ werde. NHS-England-Direktor John Stewart bezeichnete das Mittel als wegweisend und als Rettungsanker für Menschen mit begrenzten Optionen. Richard Angell von der Aidshilfe-Organisation Terrence Higgins Trust nannte die Nachricht lebensrettend für eine kleine Gruppe, der tägliche Tabletten nicht mehr helfen.
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