Prides Locations Reisen Partys Filme News
Gay-Infos.de

Kamerun: Mob jagt schwulen Aktivisten, der jetzt im Untergrund lebt

International

Ein Mob griff einen LGBTIQ+-Aktivisten in Jaunde an und stellte ihn öffentlich bloß. Er lebt seither im Untergrund – ein Fall, der die Gefährdung queerer Menschen in Kamerun zeigt.

Kamerun: Mob jagt schwulen Aktivisten, der jetzt im Untergrund lebt

Bild: KI-generiert · Illustration

In Kameruns Hauptstadt Jaunde lebt ein LGBTIQ+-Aktivist seit Kurzem im Untergrund, nachdem ein Mob ihn angegriffen und öffentlich bloßgestellt hatte. Der Mann, aus Sicherheitsgründen nur als „Patrick" bekannt, gehört einer Organisation an, die zur Unity Platform zählt – einem Bündnis von 34 LGBTIQ+-Menschenrechtsgruppen im Land.

Wochen zuvor hatten Jugendliche Patrick mit einem anderen Mann in einer, wie es hieß, „kompromittierenden Situation" entdeckt. Als ihn später ein Mann angriff, den er von früher kannte, versammelten sich Nachbarn, warfen ihm Unmoral vor und forderten, er müsse „korrigiert" werden. Patrick floh aus seiner Wohnung in die Büroräume seiner Organisation und hält sich seither an einem unbekannten Ort auf. „Ich weiß, dass ich dort nicht lebend herauskomme, wenn ich dieses Viertel noch einmal betrete", sagte er.

Homosexualität ist in Kamerun weiterhin strafbar, LGBTIQ+-Aktivistinnen und Aktivisten leben dauerhaft mit erhöhtem Risiko. Dokumentiert hat den Fall die Plattform 76crimes, die seit Jahren über die Verfolgung queerer Menschen in Afrika berichtet und dabei häufig auf lokale Netzwerke wie die Unity Platform angewiesen ist, weil Betroffene ihren Klarnamen aus Angst vor Repressalien nicht preisgeben können. Die Organisation erinnert im Zusammenhang mit Patricks Fall an die Ermordung des Journalisten und Aktivisten Eric Ohena Lembembe im Jahr 2013 – ein Fall, der bis heute nicht aufgeklärt ist und die Gefährdung queerer Menschen in Kamerun symbolisiert.

Verwandte Artikel

Mehr aus International

Alle 220 Artikel →